Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer Wertschöpfungskette für Moor-Papier im Bayerischen Donaumoos

Der Donaumoos-Zweckverband hat gemeinsam mit Industriepartnern in den vergangenen Jahren mehrere Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Nutzung von Paludibiomasse durchgeführt. Im Fokus stand dabei insbesondere das Potenzial von Paludifasern für die Papier- und Verpackungsindustrie. Übergeordnetes Ziel ist die Verknüpfung von Moor- und Klimaschutz mit der Etablierung wirtschaftlich tragfähiger Wertschöpfungsketten.


Im Rahmen des vorangegangenen Projekts „ProMoFa“ (Produkte aus Moorfasern) ist die grundsätzliche technische Machbarkeit der Herstellung von Papier aus Paludibiomasse im großindustriellen Maßstab nachgewiesen worden. Insbesondere der Faseraufschluss von Rohrglanzgras hat sich dabei als vielversprechender Ansatz herauskristallisiert.


Trotz der positiven Ergebnisse bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Insbesondere fehlt bislang eine integrierte, prozessübergreifend optimierte Produktionskette – vom Anbau über Ernte, Konservierung und Aufbereitung bis hin zur Bereitstellung einer marktfähigen Faserqualität. Diese Lücke stellt derzeit ein wesentliches Hemmnis für die Markterschließung und Skalierung dar.




Die Zielsetzung


Das Projekt „Mach-Moor-Papier“ verfolgt das Ziel, eine durchgängige und optimierte Wertschöpfungskette für die Nutzung von Rohrglanzgras als Rohstoff für die Papier- und Verpackungsindustrie zu entwickeln.


Das Vorhaben knüpft unmittelbar an die Ergebnisse des Projekts „ProMoFa“ an und adressiert gezielt die noch bestehenden technischen, logistischen und qualitätsbezogenen Fragestellungen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Sicherstellung einer gleichbleibend hohen Faserqualität, die den Anforderungen industrieller Abnehmer entspricht.


Langfristig soll durch die im Projekt erzielten Ergebnisse die Grundlage für eine wirtschaftliche Umsetzung im industriellen Maßstab geschaffen werden. Dies umfasst perspektivisch auch die Vorbereitung der Errichtung einer entsprechenden Produktionsinfrastruktur im Donaumoos.


Vorgehen und inhaltliche Schwerpunkte


Zur Erreichung der Projektziele wird eine exemplarische Wertschöpfungskette für Rohrglanzgras systematisch analysiert und optimiert. Die Arbeiten konzentrieren sich auf die folgenden zentralen Handlungsfelder:


  • Anbau und Etablierung: Weiterentwicklung standortangepasster Anbausysteme für Rohrglanzgras unter Berücksichtigung moorspezifischer Rahmenbedingungen.
  • Ernte und Logistik: Analyse und Optimierung von Ernteverfahren, einschließlich der Bestimmung des optimalen Erntezeitpunkts im Hinblick auf Ertrag, Faserqualität und Prozessstabilität.
  • Konservierung und Lagerung: Entwicklung geeigneter Verfahren zur Sicherstellung der Rohstoffqualität über Lager- und Transportprozesse hinweg.
  • Faseraufbereitung und Produktqualität: Optimierung der Aufschlussverfahren sowie der daraus resultierenden Faser- und Papiereigenschaften im Hinblick auf industrielle Anforderungen.


Parallel dazu erfolgt eine systematische Identifikation und Bewertung bestehender Markthemmnisse sowie die Erarbeitung geeigneter Lösungsansätze zur Förderung der Markteinführung.




Erwartete Ergebnisse


Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Nutzungskonzepte für Moorstandorte, indem es ökologischen Klimaschutz mit ökonomischer Perspektive verbindet. Durch die Etablierung einer funktionierenden Wertschöpfungskette für Paludibiomasse können alternative Einkommensquellen für die Landwirtschaft im Donaumoos erschlossen und gleichzeitig Treibhausgasemissionen aus entwässerten Moorböden reduziert werden.


Als zentrales Ergebnis wird die Identifikation des Optimierungspotenzials der Prozesskette erwartet. Dies wiederum dient als Grundlage für weiterführende Investitionsentscheidungen und eine potenzielle industrielle Umsetzung.