Bewerbung für Leuchtturm geht in die nächste Runde

Donaumoos ist als eine von zwölf Regionen im Rennen um Förderung des Bundes – Haushaltsentwurf für 2027 steht

 

Das Donaumoos hat die erste Hürde bei der Bewerbung als Leuchtturmregion des Bundes für den Moorschutz genommen. Wie in der September-Sitzung des Donaumoos-Zweckverbands im Haus im Moos bekannt wurde, geht es nun für den Antrag um die Präzisierung und Plausibilisierung der Planungen. Frühester Start für die Leuchtturmregion Donaumoos wäre im Januar. Bis dahin wird auch der Haushalt des Zweckverbands für das kommende Jahr stehen. In der Sitzung lag den Verbandsräten der Entwurf des Zahlenwerks vor.


Dieser sieht mit einem Gesamtvolumen von erstmals mehr als fünf Millionen Euro einen neuen Rekord vor, was vor allem den Planungen für die Leuchtturmregion und den ersten damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben geschuldet ist. Allein der Verwaltungshaushalt, in dem neben den Personalkosten auch Planungs- und Untersuchungsleistungen enthalten sind, soll sich dank der 100-Prozent-Förderung des Bundes fast verdoppeln. Im Vermögenshaushalt ist unterdessen ein leichter Rückgang vorgesehen, unter anderem beim Grunderwerb. Für das kommende Jahr sind aber nach wie vor zwei Millionen Euro eingeplant. Ausschlaggebend für den leichten Rückgang ist laut Geschäftsführer Michael Hafner auch der Eigenanteil von zehn Prozent, den der Donaumoos-Zweckverband hier stemmen muss und der ihn jedes Jahr vor Herausforderungen stellt.


Die Verbandsumlage, welche die Mitglieder zur Finanzierung des Verbands zahlen, bleibt zwar mit 250.000 Euro auf dem bisherigen Niveau. Allerdings fällt erstmals seit vielen Jahren wieder eine Sonderumlage für Investitionen in Höhe von 60.000 Euro an. Diese soll vor allem der Deckung von möglichen Sanierungsarbeiten am Rückhalteraum Baierner Flecken dienen. Nachdem dort 20 Jahre nach der Errichtung turnusgemäß die vertiefte Untersuchung anfällt, ist mit Folgekosten für mögliche Maßnahmen zu rechnen. Der Untersuchung und einer gegebenenfalls anfallenden Baugrunderkundung stimmten die Verbandsräte daher geschlossen zu – wenn auch etwas zähneknirschend. Die Verwaltung soll sich hierfür um eine Förderung in Höhe von 75 Prozent der Kosten bemühen.


Gute Nachrichten gab es unterdessen bei der Bewerbung als Leuchtturmregion, bei der der Donaumoos-Zweckverband in der finalen Runde ist. Wie berichtet, geht es bei dem Förderprogramm des Bundes um eine gesamtkonzeptionelle Betrachtung von Regionen mit einer Moorfläche von mindestens 5000 Hektar, in denen die Wiedervernässung und die langfristige, nachhaltige Nutzung der Flächen für einen Zeitraum von insgesamt 13 Jahren gefördert wird. Hintergrund ist der Erhalt der Moorböden als Kohlenstoffspeicher. Insgesamt sind bisher zwölf Regionen in Deutschland für die weitere Ausarbeitung ihrer Anträge vorgesehen; einzige Region neben dem Donaumoos in Süddeutschland ist das Schwäbische Donaumoos im Verbund mit Moorpartnern im benachbarten Baden-Württemberg.


Die nächsten Schritte im Antragsprozedere bestehen laut Projektmanager Sebastian Knietig nun in der Klärung noch offener Fragen sowie in der Nachjustierung der vorgesehenen Projektstrukturen. Beispielsweise ist der Personalaufwand deutlich zu reduzieren, während der Umfang der Maßnahmen erweitert werden soll. Bisher waren rund 1200 Hektar für die Wiedervernässung vorgesehen – also weniger als die bayerische Staatsregierung mit ihrem Donaumoos-Konzept im Jahr 2021 geplant hatte. Dieser Unterschied ist Hafner zufolge den unterschiedlichen Zielsetzungen für die Wasserstände geschuldet, die der Bund viel enger fasst. Der im Leuchtturm vorgesehene Umfang werde aber auch Auswirkungen auf umliegende Flächen haben, so der Geschäftsführer, der daher eine gute Ergänzung beider Zielsetzungen sieht. Frist für die finale Einreichung der Unterlagen ist der 30. Oktober; parallel arbeiten Freistaat und Bund an einer gemeinsamen Verwaltungsvereinbarung. Läuft alles nach Plan, soll das Projektteam mit den ersten Stellen ab Anfang 2027 loslegen.


Förderprojekt am Wisentgehege dauert wohl länger



Das Förderprojekt zur infrastrukturellen Aufwertung des Wisentgeheges im Donaumoos wird aller Voraussicht nach erst im kommenden Jahr abgeschlossen. Ausschlaggebend hierfür ist die langwierige Abklärung einiger baurechtlicher Fragen rund um einen Anbau am Betriebsgebäude. Dessen Errichtung wird daher womöglich nicht mehr in diesem Jahr möglich sein, wie in der Sitzung des Donaumoos-Zweckverbands deutlich wurde. Für diesen Fall wird die Verwaltung eine Projektverlängerung und die Übertragung der Fördermittel aus den Fraktionsinitiativen des bayerischen Landtags ins nächste Jahr beantragen. Insgesamt sind für Verbesserungen von Tierwohl, Infrastruktur und Besucherlenkung 140.000 Euro als Zuschuss vom Freistaat vorgesehen.