Donaumoos soll Leuchtturmregion werden

Zweckverband bewirbt sich um Bundesmittel – Umfangreiche Fördermöglichkeiten für Eigentümer und Landwirte

 

Das Bayerische Donaumoos soll Leuchtturmregion für Moor- und Klimaschutz in Deutschland werden. Dazu hat der Donaumoos-Zweckverband nun eine entsprechende Interessensbekundung für Fördergelder aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz des Bundes eingereicht. Vorangegangen waren diesem Schritt zwei einstimmige Beschlüsse der Verbandsversammlung und des Fachbeirats, die die Bewerbung begrüßen.

 

Konkret geht es bei den Leuchtturmregionen des Bundes um eine gesamtkonzeptionelle Betrachtung von Regionen mit einer Moorfläche von mindestens 5000 Hektar, in denen die Wiedervernässung und die langfristige, nachhaltige Nutzung der Flächen für einen Zeitraum von insgesamt 13 Jahren gefördert wird. Hintergrund ist der Erhalt der Moorböden, die im intakten Zustand riesige Mengen an Kohlenstoff speichern, der bei einer Trockenlegung der Moore jedoch in Form von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre entweicht. „Das ist eine Chance, die wir unbedingt ergreifen sollten“, betonte Landrat Thomas Mack als Vorsitzender des Donaumoos-Zweckverbands, der sich um den Erhalt des größten Moorgebiets in Süddeutschland kümmert.

 

Unter dem Dach der Leuchtturmregionen sind die einzelnen Module des Förderprogramms Palu (siehe Übersicht) zusammengefasst. Antragsberechtigt sind hier neben Kommunen und Verbänden vor allem Eigentümer und Bewirtschaftende. Dabei geht es unter anderem um Kompensationszahlungen als Ausgleich für entstehende Wert- und Ertragsverluste sowie bei einer Umstellung auf eine nasse Bewirtschaftung um Unterstützungen bei erforderlichen Investitionen. Auch vorausgehende Untersuchungen sowie die Planung und Umsetzung von Wiedervernässungsmaßnahmen sind förderfähig. Je nach Modul winken dabei Förderquoten zwischen 70 und sogar 100 Prozent.

 

Um die verschiedenen Akteursgruppen bestmöglich zu unterstützen und an den Prozessen zu beteiligen, ist über die Leuchtturmregion der Aufbau eines Projektteams geplant. Dieses soll in bestehende Strukturen des Donaumoos-Zweckverbands und des staatlichen Donaumoos-Teams eingebunden werden, so dass es zu keinen Parallelstrukturen kommt. Die Fachleute sollen vor allem die Arbeitsfelder Wiedervernässung – zunächst von bis zu 1200 Hektar in mehreren Projektbereichen –, Wertschöpfung sowie Kommunikation und Wissenstransfer abdecken. Die Aufgaben werden unter anderem die Planung und Umsetzung von Wiedervernässungsmaßnahmen, die Einbindung und Beratung der Akteursgruppen, die Vernetzung von Landwirtschaft und Industrie sowie ein umfassendes Netzwerkmanagement sein.

 

Neben den beiden Gremien des Donaumoos-Zweckverbands unterstützt auch die Bayerische Staatsregierung die Bewerbung über die beiden zuständigen Staatsministerien für Umwelt und Verbraucherschutz sowie für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Mit einer Vorauswahl der Interessensbekundungen ist in den kommenden Monaten zu rechnen; dann geht es an die eigentliche Antragsstellung. Weitere Infos werden zu gegebener Zeit folgen.