Projekt soll Forschungslücke zu Moor-Papier schließen

Vom Anbau bis zur fertigen Pflanzenfaser: Untersuchungen im Donaumoos widmen sich Optimierung der Prozesskette

 

Auf „ProMoFa“ folgt „Mach-Moor-Papier“: Ein neues Forschungs- und Entwicklungsprojekt des Donaumoos-Zweckverbands mit dieser Kurzbezeichnung widmet sich in den nächsten Monaten der Frage, wie sich Moorbodenschutz und landwirtschaftliche Wertschöpfung bestmöglich kombinieren lassen und setzt damit die bisherigen Untersuchungen fort. Das bayerische Landwirtschaftsministerium stellt dazu rund 352.000 Euro zur Verfügung.

 

Das neue Projekt baut auf die Forschung der vergangenen Jahre auf und soll wichtige Erkenntnisse liefern, wie eine optimierte Prozesskette aussehen muss und wie sich die noch vorherrschenden Markthemmnisse abbauen lassen. Ganz konkret geht es dabei um den Anbau von Rohrglanzgras, um dessen Ernte und die Lagerung sowie um die Faser- und die anschließende Papierproduktion. Dass all das rein technisch machbar ist, haben der Donaumoos-Zweckverband und seine Wirtschaftspartner bereits nachgewiesen. Für eine erfolgreiche Etablierung auf dem Markt sowie für die einzelnen Schritte auf dem Weg dorthin braucht es für die Landwirtschaft und für die verarbeitende Industrie aber praxistaugliche Vorgaben, einen vordefinierten Prozessablauf und damit auch gewisse Standards. Hier herrscht bislang eine Forschungslücke, die das neue Projekt nun schließen soll.

 

„Wir hoffen, dass wir hier in den nächsten Monaten einen wichtigen Beitrag für den Erhalt unserer Moorböden leisten können“, erklärt Michael Hafner, der Geschäftsführer des Donaumoos-Zweckverbands, der das Projekt leitet. Denn Pflanzen wie Rohrglanzgras, das zu den sogenannten Paludikulturen gehört, wachsen bei hohen Grundwasserständen und ermöglichen somit eine Kombination aus Landwirtschaft und Moorschutz. Damit einher geht der Klimaschutz, da Moore wie das Donaumoos im entwässerten Zustand erhebliche Mengen an Treibhausgasen freisetzen, diese bei ausreichender Feuchtigkeit im Boden hingegen langfristig speichern.

 

Das Projekt, das die Bezeichnung „Machbarkeitsstudie zum Aufbau einer Wertschöpfungskette für Moor-Papier im Bayerischen Donaumoos“ trägt, hat Anfang des Jahres begonnen und läuft zwölf Monate lang. Während dieser Zeit sind neben mehreren Etablierungsversuchen für das Rohrglanzgras auch zwei Paludi-Ernten mit unterschiedlicher Technik geplant. Dabei geht es vor allem um die Optimierung der Rohstoffbereitstellung für die Papierindustrie. Es folgen Tests von Konservierungsverfahren, um langfristig einen kontinuierlichen Weiterverarbeitungsprozess zu ermöglichen. Darüber hinaus werden die Fasern unterschiedlicher Aufbereitungsvarianten miteinander verglichen, um das Optimum für den Einsatz in der Industrie herauszufinden.

Bei all diesen Schritten bauen der Zweckverband und seine Partner auf die Erfahrungen der bisherigen Forschung auf, allen voran auf den Erkenntnissen des Projekts „Produkte aus Moorfasern“, kurz „ProMoFa“. Dieses hatte von Anfang 2024 bis Mitte 2025 unter anderem die Verarbeitung im industriellen Maßstab und die technische Umsetzung beleuchtet.


Freude über den Förderbescheid: Neuburg-Schrobenhausens Landrat Peter von der Grün (Mitte), Michael Hafner vom Donaumoos-Zweckverband (r.) und Gerhard Grande vom Donaumoos-Team.